DER BERG RUFT.

Einen Berg besteigen. Immer weiter nach oben bis an die Spitze. Gerade Teams, die sich mit langfristigen und komplexen Aufgaben auseinandersetzen, können von diesem Bild profitieren. TMI zeigt am Beispiel eines Pharmaunternehmens, wie mithilfe des Bilds des „Bergsteigens“ Transformation und Teamentwicklung gelingen können.

Eine Frage der Perspektive

Erfolg mit Metaphern und Analogien zu beschreiben, ist nichts Neues. Doch meist wird unterschätzt, wie stark sich das Bild auf die Einstellung und Motivation der Mitarbeitenden auswirken kann. So gilt es beispielsweise in der Medizin eine Krankheit zu „besiegen“. Aber die Analogie des Kriegs weckt negative Assoziationen. Krieg ist anstrengend und hierarchisch, verbraucht Ressourcen, fordert Opfer und bringt Verlierer hervor. Wenn man diese Perspektive einnimmt, werden fehlende Ergebnisse plötzlich zu „Niederlagen“, und Möglichkeiten oder Alternativen werden übersehen, weil der Fokus ausschließlich auf der Bekämpfung liegt. Ein Mittel muss schnell her, der Druck steigt. Die Kriegsanalogie kann bei einem Projekt, das einen langen Atem und viel Durchhaltevermögen erfordert, im wahrsten Sinne des Wortes tödlich sein – für die Motivation.

Vom Kriegsschauplatz in die Berge

Dass ein Perspektivwechsel tiefgreifende Auswirkungen auf Einstellung und Teamarbeit haben kann, hat TMI Ungarn erlebt. Bei der Zusammenarbeit mit einem Kunden aus der Pharmabranche ersetzte TMI die Kriegs- durch die Bergsteiger-Analogie –  mit beeindruckenden Ergebnissen. Denn bereits sprachliche Änderungen können gewaltige Auswirkungen auf Denken und Handeln des Einzelnen und des Teams haben. So muss eine Krankheit plötzlich nicht mehr besiegt, sondern erklommen werden. Um es an auf den Berggipfel, Sinnbild für die Krankheit, zu schaffen, muss man ihn nun erforschen und sich mit seinen geografischen Gegebenheiten auseinandersetzen.

Ein Berg kann von verschiedenen Seiten aus erklommen werden. Dies gilt auch für Krankheiten, die aus verschiedenen pharmazeutischen Perspektiven untersucht werden können. Die Pfade zum Gipfel, ihr Verlauf – mal sich kreuzend, mal parallel – stellen dabei etwa das Zusammen- und Wechselspiel verschiedener Hormone, wie etwa Dopamin oder Serotonin, dar. Dieses Zusammenspiel der Pfade zu verstehen und alle auszukundschaften, ist viel wichtiger als möglichst schnell oben zu sein. Statt Aggression und einem klaren Feindbild sind auf einmal Neugierde, Interesse und Ausdauer gefragt.

Doch die Analogie des Bergsteigens kann nicht nur den Umgang mit einer Aufgabe verständlicher machen, sondern auch für die Teamentwicklung inspirierend und genutzt werden. Es beginnt alles am Fuße des Berges. Im Basislager werden alle Maßnahmen getroffen, um sich auf die Expedition vorzubereiten: Ziele werden gesetzt, Informationen gesammelt. Je umfangreicher und detaillierter, desto besser – denn sie sind wegweisend dafür, wo das nächste Lager aufgeschlagen werden soll.

Unterstützung erhält das Forscherteam von weiteren Einheiten, die es mit logistischen und analytischen Aufgaben unterstützt. Im Basislager ist auch das Management-Team ansässig. Es geht nie auf Expedition, hält den Forschern aber den Rücken frei, in dem es sich um ausreichende Ressourcen, wie etwa Budget, kümmert. Es führt ein permanentes Monitoring durch, um das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Klare Kommunikation zwischen Forscher-Trupp und Management ist dabei entscheidend, vor allem wenn sich Ersterer auf den Weg macht.

Die Analogie des Bergsteigens kann nicht nur im übertragenen Sinne, sondern wortwörtlich genommen werden. Unter der Anleitung von TMI führte der Kunde etwa einen zweitägigen „Basislager“-Workshop durch. Forscher und Management trugen alle wichtigen Informationen für die „Expedition“ zusammen, steckten Ziele und formulierten gemeinsam ihre Vision. Dadurch, dass jeder aus dem Team gefragt war, fühlten sich alle langfristig für die Entwicklung und den Erfolg der Mission verantwortlich.

Jeder kann ein Forscher sein

Man muss kein Pharmaunternehmen sein, um die Bergsteiger-Analogie anzuwenden. Sie ist tiefgründiger als auf den ersten Blick gedacht und kann aufgrund ihrer eigenen Komplexität  insbesondere umfangreichen und langfristigen Unterfangen gerecht werden. Gipfel, Pfade, Wände – diese Komponenten helfen nicht nur dabei, verschiedene Dimensionen zu inkorporieren, sondern auch Zusammenhänge bildhaft und verständlich darzustellen.

Zudem verdeutlicht die Analogie, dass jeder eine wichtige Rolle spielt. Auch wenn man etwa nicht zu denjenigen zählt, die den Berg erklimmen, so ist die Unterstützung aus dem Basislager entscheidend, um das Gelingen der Expedition zu gewährleisten. Klare Kommunikation, permanenter Austausch, Vertrauen und eine klare Aufgabenteilung sind wichtig – es gibt keinen Platz für Alleingänger oder Helden, denn dann droht die Expedition zu scheitern.

Doch das Entscheidendste ist die Grundhaltung: Als Forscher steht man mit dem Berg nicht auf Kriegsfuß. Nicht Distanz, sondern Nähe ist gefragt. Es gibt kaum Abkürzungen, sondern Ausdauer ist der Schlüssel. Und im Gegensatz zu anderen Bildern honoriert die Analogie des Berges auch eine fast vergessene Komponente von Erfolg: Dass auch der Weg das Ziel sein kann.

 

Autorin: Alexandra-Maria Pipos (Projektassistenin des Geschäftsführers)