EMPLOYEESHIP.

Der Erfolg eines Unternehmens hängt gleichermaßen von Management und Mitarbeitern ab. Von ihrer Zusammenarbeit. Menschen in einem Unternehmen arbeiten umso besser, je mehr sie die Prinzipien des Teamworks wie bei einem Mannschaftssport anwenden.
Nehmen wir Fußball. In einer erfolgreichen Mannschaft spielen alle für sich selbst und für den Sieg des Teams. Im Fußball gewinnt man, indem man die Energie aller Spieler für das Toreschießen und die Verteidigung des eigenen Strafraums mobilisiert. In einem Unternehmen ist das genauso. Es geht darum, die Energie der gesamten Belegschaft für die Zukunftssicherung des Unternehmens zu mobilisieren. Dazu muss jeder sein Bestes geben wollen. Das ist eine besondere Form von persönlichem Engagement. Das nennen wir Employeeship.

Was genau bedeutet Employeeship?

Für Employeeship gibt es kein deutsches Pendant – höchstens Mitarbeiterschaft. Das hört sich fremd an. Wirkt sperrig. Deswegen belassen wir es einfach bei Employeeship.
Freundschaft, Partnerschaft, Verwandtschaft, Kameradschaft, Bürgerschaft. Es gibt jede Menge „-schaften“, oder englisch „ -ships“. Einer –„schaft“, einem „-ship“ gehört man an. Man ist Teil von etwas. Man erfüllt Erwartungen. Man bringt sich ein.
Was macht einen guten Freund, einen guten Partner, einen guten Bürger aus? Welche Eigenschaften, Einstellung, Verhaltensweisen erwarten wir hier? Jeder von uns kann diese Frage vermutlich auf Anhieb beantworten.
Was macht einen guten „Mitarbeiter“ aus? Diese Frage wird so konkret fast nie gestellt. Und schon gar nicht beantwortet. Weil es selbstverständlich klar ist? Weil es nicht so wichtig ist? Wir haben uns die Frage gestellt und aufgrund unserer Erfahrungen in vielen verschiedenen Unternehmen eine konkrete Antwort darauf gefunden: Verantwortung / Loyalität / Initiative. Das sind die drei zentralen Elemente, die Employeeship ausmachen. Sie machen einen „guten Mitarbeiter“ aus.

Employeeship geht jeden an. Spitzenmanager, Führungskräfte, Mitarbeiter. Ungeachtet ihrer Funktion sind alle Teil des Unternehmens. Für sie alle gelten dieselben Regeln. Sie alle zeigen Verantwortung, Loyalität und Initiative. Bestenfalls.

Wenn nicht, liegt das nicht unbedingt daran, dass sie es nicht wollen oder können. Mitarbeiter wissen einfach oft nicht, was es genau bedeutet, ein „guter“ Mitarbeiter zu sein. Welche Einstellung, gewünscht, welche Verhaltensweisen von ihnen erwartet werden.
Hier muss man Klartext reden. Genau benennen, was gemeint ist mit Verantwortung, Loyalität und Initiative.

Verantwortung

Verantwortung lässt sich als etwas auffassen, das einem auferlegt wird. Oder als etwas, das man übernimmt. Letzteres ist eindeutig förderlicher. Für die persönliche Entwicklung. Für die Ergebnisse eines Unternehmens. Verantwortung ist nie einfach etwas, das man nach der Entscheidung eines anderen hat oder haben sollte. Jeder Mensch hat die Wahl, die Verantwortung für sein Handeln auch tatsächlich zu übernehmen. Und die Folgen dessen zu akzeptieren. Das bedeutet: Wenn es stürmt und schneit und ich deswegen zu spät zu einem Termin komme, ist nicht das Wetter verantwortlich. Ich bin verantwortlich, weil ich zu spät losgefahren bin.
Verantwortung empfinden und dementsprechend handeln, funktioniert nur, wenn man etwas hat, wofür man Verantwortung übernehmen kann. Wenn man das Ziel kennt. Wenn man auch tatsächlich Einfluss nehmen kann. Diese Voraussetzungen müssen geschaffen werden. Dann kann ein „guter“ Mitarbeiter Verantwortungsgefühl für die Ergebnisse des Unternehmens entwickeln.

Loyalität

Loyalität bedeutet so viel wie Treue demjenigen gegenüber, für dessen Unterstützung man sich entschlossen hat. Das bedeutet nicht, dass man ohne weiteres alles tut, was derjenige, dem unsere Loyalität gehört, will. Das wäre blinder Gehorsam. Keine Loyalität.
Loyal zu sein heißt vielmehr, dass man selbst so handelt und auftritt, dass man nach eigener Überzeugung den Interessen des Unternehmens am besten dient. Das kann also auch bedeuten, in bestimmten Situationen „nein“ zu sagen zu Anforderungen, die nach eigener Überzeugung dem Unternehmen, dem Team, den Mitarbeitern schaden würden. Oder „nein“ zu sagen zu Aufgaben, die man nicht in der gewünschten Qualität ausführen kann. Es ist also vollkommen ok „nein“ zu sagen. Es ist aber nicht ok, „ja“ zu sagen und seine Zusage dann nicht einzuhalten. Das ist nicht loyal. Das ist unzuverlässig.

Das setzt eine Kultur voraus, in der niemand Bedenken haben muss, seine Meinung zu sagen. Dazu müssen Führung und Mitarbeitern gut zusammenarbeiten. Sie müssen sich nicht immer in allen Punkten einig sein. Aber sie müssen sich darüber einig sein, gemeinsam etwas leisten zu wollen.

Initiative

Initiative funktioniert nur gemeinsam mit Verantwortungsbewusstsein und Loyalität. Nur wenn man sich für den Erfolg oder Misserfolg des Unternehmens mit verantwortlich fühlt, ergreift man die Initiative. Dann bringt man Dinge in Gang im Interesse des Unternehmens. Das beweist Loyalität.

Initiative bedeutet aber nicht nur, Dinge in Angriff zu nehmen. Initiative bedeutet mindestens genauso, diese Dinge auch zu vollenden. Sie tatsächlich umzusetzen. Ideen umsetzen ist eines der größten Probleme aller Unternehmen. Es wird zu viel in Angriff genommen und zu wenig umgesetzt.

Initiative bedeutet demnach, gute Ideen in Handlung zu übersetzen, vom „was“ zum „wer/ wie/ wann“ zu gelangen. Damit Menschen die Initiative ergreifen, ist ein bestimmtes Maß an Freiheit nötig. Für Risikobereitschaft. Für Wille und Mut. Für kreative Fehler.  Dann haben alle die Chance, Initiative zu ergreifen – Manager und Mitarbeiter.

Alles also eine Frage der persönlichen Haltung. Diese ist maßgeblich für Employeeship.  Alle Mitarbeiter eines Unternehmens nehmen so Einfluss auf die drei Erfolgsfaktoren eines Unternehmens: Produktivität, Beziehungen und Qualität.

Employeeship ist für alle da.

 

Autorin: Tanja Mikelic (Senior Beraterin)