FORDERN SIE IHR GLÜCKSGEFÜHL HERAUS.

Es stimmt: Einige Menschen bringen von Natur aus einfach eine größere Portion an Zufriedenheit mit, andere weniger. Unser subjektives Wohlbefinden ist zur Hälfte genetisch vorprogrammiert – das konnte u.a. durch die Zwillingsforschung belegt werden.

Alles Vorprogrammiert?

Dieser sogenannte „Setpoint“, das individuelle, als genetische Tendenz mitgegebene Glücksniveau, bleibt über Ereignisse und Lebensspannen hinweg stabil. 50% vorprogrammiert. Das hört sich viel an. Heißt das, wer genetisch bedingt ein niedriges Niveau mitbringt, ist und bleibt unglücklich? Müssen wir erst im Lotto gewinnen, um so richtig glücklich zu werden? Das klingt aussichtslos – vor allem, wenn man kein Lotto spielt – und entspricht zum Glück auch nicht der Wahrheit.

Äußere Umstände, wie der Lottogewinn aber auch Wohnort, Aussehen oder Gesundheitszustand zahlen erstaunlich wenig – nämlich nur 10% – auf unser Glücksniveau ein. Dabei überschätzen die meisten Menschen diese Komponenten immens und rechnen ihnen eine hohe Bedeutung zu.

Zurück auf Anfang

In Studien hat sich jedoch gezeigt, dass nach einer mehrmonatigen Zeit des starken Hochs oder Tiefs alle Befragten stets zu ihrem vorherigen Glücksniveau zurückkehrten. Ganz gleich, ob nach einem hohen Geldgewinn oder nach einem schweren Unfall. Wir gewöhnen uns schlicht an die positiven bzw. negativen Umstände, sodass wir sie zunehmend nicht mehr wahrnehmen. Durch bewusste Wahrnehmung der positiven Dinge in unserer Umgebung können wir diesen zehnprozentigen Anteil an unserem Glück intensivieren. Manchmal gar nicht so leicht in unserer schnelllebigen Welt.

Einflussfaktoren unseres Glücklichseins sind also zu 50% genetische Tendenzen und zu 10% die Umfeldbedingungen. Wo und wie sind wir dann noch selbst „unseres Glückes Schmied“?

Der Weg zum Glück

Es sind die restlichen 40% Einfluss auf unsere gefühlte Lebenszufriedenheit, die wir ganz bewusst durch unsere Aktivitäten beeinflussen können, so dass die Zufriedenheit steigt und wir glücklicher werden. Wer regelmäßig die von der Glücksforscherin Sonja Lyubomirsky so genannten „intentional activities“ betreibt, kann langfristig sein Glücksgefühl steigern. Die Stanford-Professorin und Autorin des Buches „The How of Happiness“ belegt, dass wir uns durch unser Verhalten und unsere Handlungen einen erheblichen Einfluss darauf haben, wie glücklich wir uns fühlen.

In den empirischen Studien von Lyubomirsky haben sich 12 Kategorien bzw. 12 wirksame Schritte zum Glück heraus kristallisiert. Darunter fallen beispielsweise – wenig überraschend – das Aufrechterhalten starker sozialer Beziehungen, körperliche Betätigung und eine optimistische Denkweise. Aber auch das Ausdrücken von Dankbarkeit, die Vermeidung sozialer Vergleiche und das Vergeben kann unsere Zufriedenheit steigern. Probieren Sie es aus!

Aktivitäten dieser Art sollten natürlich zu Ihrem Lebensstil passen und Ihren Interessen und Wertvorstellungen entsprechen. Fragen Sie sich dabei einfach: „Würden Sie die Aktivität weiterführen, weil sie sich natürlich anfühlt, Spaß macht, Ihrer Meinung nach einen Wert hat? Oder weil Sie sich schuldig fühlen würden, es nicht zu tun oder die Situation Sie dazu nötigt?“

Glück aus Gewohnheit

Es ist eine individuelle Entscheidung, welche Aktivitäten wir für uns wählen. Relevant ist jedoch, dass wir sie zu unseren Gewohnheiten machen, um dauerhaft auf unserem Set Point aufzubauen.

Und seien Sie ehrlich zu sich selbst: Dass andere glücklicher sind, weil sie die interessanteren Projekte, das bessere Gehalt oder von Natur aus nun mal fröhlicher sind, ist keine Ausrede mehr.