QUALITÄT ZÄHLT. UND ZWAR PERSÖNLICH.

Jimi Hendrix spielte sie. Eric Clapton auch. David Gilmour von Pink Floyd, Ritchie Blackmore von Deep Purple und zahlreiche andere sogenannte Gitarrengötter ebenso. Die seit 1954 gebaute „Fender Stratocaster“ gilt heute als berühmteste und meistverkaufte E-Gitarre der Welt. Und Tadeo Gomez ist der legendärste unter den Erbauern von Fender Gitarren ab den 50er Jahren. Er war berühmt für die hohe Qualität seiner Arbeit und hatte die Angewohnheit, die Bauteile der Fender Produkte, welche er fertigte, mit seinen Initialen zu signieren. Kollegen von ihm folgten diesem Beispiel, und sogar Steve Jobs von Apple hat später darauf bestanden, dass die Innenseite der Mac-Computer von den herstellenden Mitarbeitern signiert wurde.

Stolz auf sein „Werkstück“ sein. So sehr auf seine eigene Qualität vertrauen und Verantwortung dafür übernehmen, dass man das Produkt seiner Arbeit mit seinen Initialen versieht. Dass man damit ein Qualitätsversprechen gibt.

Wenn es heute im beruflichen Alltag um Qualität geht, wird meist Produkt- oder Servicequalität darunter verstanden. Und zu Recht setzen Unternehmen zur Qualitätssicherung auf die Optimierung von Prozessen, z.B. überall da, wo Abläufe standardisierbar und messbar sind.

Persönliche Qualität

Wir von TMI nehmen zusätzlich eine andere Dimension von Qualität in den Fokus: Die menschliche Seite von Qualität. Wir nennen das Persönliche Qualität. Und diese ist absolut erfolgskritisch, denn Persönliche Qualität ist die Voraussetzung für jede Produkt-/Service- und Unternehmensqualität.  

Können Sie sich vorstellen, dass die Qualität eines Produktes hoch ist, wenn die Persönliche Qualität der Menschen, die dieses Produkt herstellen, niedrig ist?

Kann ein Projekt Ihren Bereich voran bringen und durchschlagenden Erfolg haben, wenn das Ambitionsniveau der Mitarbeiter im Projekt nur überschaubar hoch ist und diese heilfroh sind, nach dem Statusmeeting wieder an ihre „normale“ Arbeit gehen zu können?

Kann ein Service Ihres Unternehmens die angestrebte Premium-Qualität haben, wenn Menschen in der Interaktion und in der Beziehung mit dem Kunden nur irgendwie „ganz gut“ sind?

Jeder Erbringungsprozess, jedes System ist nur so gut, wie die persönliche Anwendung durch den einzelnen Menschen. Und dort, wo Mitarbeiter – vor allem im Kontakt mit internen oder externen Kunden – agieren, lässt sich Qualität weniger präzise fassen. Hier ist die Haltung und die Persönliche Qualität der Mitarbeiter entscheidend, um situativ richtig und im Sinne des Kunden und des Unternehmens zu handeln.

Qualität liefern heißt, Erwartungen zu erfüllen. Oder im Idealfall sogar zu übertreffen. Zum Teil geht es dabei um messbare Ergebnisqualität der Arbeit (Zeit, Menge, Wirtschaftlichkeit, Fehlerquote etc.), zum Teil um das Erfüllen von weniger greifbaren Ansprüchen (bezüglich Engagement, Aufmerksamkeit, Glaubwürdigkeit, Empathie, persönliche Einstellung etc.).

Qualitätsmarke „Ich“

Hier einige Impulsfragen zur selbstkritischen und inspirierenden Auseinandersetzung mit Ihrer eigenen Persönlichen Qualität – und der Qualität in Ihren Teams:

  1. Wieviel Prozent der Personen in meinem Team, meiner Abteilung, in dem Unternehmen, in dem ich arbeite, würden sagen, dass ich ständig mein Bestes gebe?
  2. Wie termintreu bin ich? Wie oft halte ich zugesagte Liefertermine meiner Arbeitsergebnisse (= mein Qualitätsversprechen) ein und wie oft nicht? Und was ist meine Lieblingsausrede, wenn ich zu spät liefere?
  3. Wenn ich eine Aufgabe erledige, mit der ein Kollege weiter arbeitet: Mache ich diese Aufgabe einfach nur und denke „Er schaut ja eh noch mal drüber“? Oder prüfe ich selbst vor der Übergabe die Qualität meiner Leistung?
  4. Übernehme ich die Initiative für Qualitätsverbesserungen in dem Bereich, in dem ich arbeite?
  5. Wie kontinuierlich und zuverlässig erfülle ich meine Arbeit mit einem sehr guten Qualitätsniveau über die Zeit hinweg? Wie sehr werde ich – wie Tadeo Gomez – als „Qualitätsmarke“ wahrgenommen?

 

Autor: Frank Arenz (Partner)